Alarmierendes aus der Klinik Melsungen

Will asklepios die Notaufnahme schließen ?

 

Der Bericht1) der Patientenfürsprecherin, der dem Kreistag vorliegt, zeigt positive und negative Zustände in der Melsunger Klinik. Einerseits ist das Pflegepersonal aufopferungsvoll bemüht, den Patienten eine optimale Versorgung zu gewährleisten. Andererseits spart die Konzernleitung wo immer sie kann, um einen möglichst großen Gewinn zu erzielen. 

 

DIE LINKE hat bei Mitarbeitern nachgefragt. Dabei offenbarten sich weitere, erschreckende Mängel:

 

Personal wurde abgebaut.

 Vor 10 Jahren wurden in der Wachstation 2 Pflegekräfte für den Frühdienst, 2 für den Spätdienst und 2 für die Nachtschicht eingesetzt, heute nur noch 1 pro Schicht. Die Zwischenschicht wird in der Regel für Krankheitsvertretung eingesetzt.

 

 Fachkräfte wandern ab

 Einige Fachärzte haben die Melsunger Klinik verlassen, weil die Geschäftsleitung in Melsungen ihnen keine Aufstiegsmöglichkeiten bot.

 

Kein Bemühen um mehr Personal

 Viele Beschäftigten bemängeln, dass sich die Geschäftsleitung kaum bis gar nicht um mehr Personal bemüht.

 Anderswo wird in der Pflege intensiv um Fachkräfte geworben: Es werden z.B. Kopfgelder von 500 Euro bis 1500 Euro gezahlt, wenn das Personal Fachkräfte aus seinem Bekanntenkreis anwirbt.

 Die asklepios Geschäftsleitung verfährt genau entgegengesetzt: Mit Lohndrückerei und Arbeitsüberlastung vergrault sie das Pflegepersonal.

 

Schlechte Entlohnung

 Das Pflegepersonal wird schlecht bezahlt: Der asklepios Konzern weigert sich, mit der Gewerkschaft ver.di Tarifverträge abzuschließen. Stattdessen gibt es miserable Verträge mit der konzernhörigen Gewerkschaft DHV. Die Lohnabschlüsse bewegen sich auf dem Niveau des Jahres 2008. Lohneinbußen bis zu 650 Euro sind die Folge.

 

Stationen geschlossen

 Wegen Personalmangel  werden oftmals  an Wochenenden Stationen geschlossen. Das betrifft auch die Intensivstation, andere Stationen müssen dann übernehmen. Neue Patienten werden oft nicht aufgenommen, weil  kein Bett mehr frei ist.

 

 Notaufnahme am Wochenende

 Häufig werden Notfälle, die am Wochenende mit einem Krankenwagen ankommen, zur nächsten Klinik weiter geleitet. Problematisch wird es, wenn  ein Notfallpatient von Familienangehörigen zur Melsunger Klinik gebracht wird. Der diensthabende Arzt ist dann in der Klemme: Er kann den Patienten nicht aufnehmen, da kein Bett frei ist, er darf ihn aber auch nicht wegschicken.

 

Er ruft dann die Leitstelle an, fordert einen Notarzt an, der mit Verzögerung kommt, den Patienten versorgt und ihn in ein anderes Krankenhaus bringt.

 

Überlastete Nachtschicht.

 Um Personal einzusparen wird die Pforte im Melsunger Krankenhaus ab 21:30 Uhr nicht mehr besetzt. Die diensthabende Nachtschwester muss dann ihre Station versorgen und zusätzlich die Eingänge und das Telefon der Pforte bedienen.

 Wir fragen uns: Wer will schon unter diesen Bedingungen in Melsungen arbeiten? Es erwarten ihn hauptsächlich schlechte Bezahlung und Stress !

 Insgesamt entsteht für uns der Eindruck, dass asklepios kein Interesse mehr am Erhalt der Melsunger Klinik in der jetzigen Form hat. Viele Zeichen deuten darauf hin, dass im geplanten Neubau nur noch die Geriatrie und der psychiatrischer Dienst eingerichtet werden sollen. Intensivstation und Notaufnahme, so hört man, sollen künftig wegfallen.

 

Die medizinische Grundversorgung wäre dann für Melsungen und Umgebung stark eingeschränkt.

 

DIE LINKE fordert: 

 

■ Sofortiger Stopp der Einsparungen im Melsunger Krankenhaus.

 

■ Eine gesetzliche und bedarfsgerechte Personalbemessung im Krankenhaus.

 

■ 100.000 Pflegekräfte mehr in den Krankenhäusern.

 

■ 40.000 Pflegekräfte mehr für eine menschenwürdige Altenpflege;

 

■ Gute Löhne für gute Pflege: für eine Anhebung des Pflegemindestlohns auf 14 Euro.

 

■ Offensive Werbung für mehr Personal im Melsunger Krankenhaus.

 

 

 

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Video: Angriffe auf das Büro DIE LINKE
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