Das Chaos in Libyen

 – und die europäische Verantwortung.

 

Unter diesem Titel referierte  Prof. Werner Ruf über die geschichtliche Entwicklung Libyens und seine gegenwärtige Bedeutung

 

Die Geschichte Libyens ist geprägt von autoritären Herrschern, von Gewalt, Krieg und Terror.

 

 Jahrhunderte lang  beherrschten die Osmanen Libyen. Anfang des 20. Jahrhunderts führte Italien  eine brutale Siedlungskolonisierung durch. Durch den Einsatz von Flächenbombardements, Giftgas, mittels Vertreibungen  und Konzentrationslagern – kamen rund 100.000 Libyer ums Leben

 

1951 wurde Libyen unabhängig und König Idris I.Oberhaupt der konstitutionellen Monarchie.

 

Auch unter Oberst Qadhafi, der sich 1969 sich an die Macht putschte, blieb Libyen weiterhin eine autoritär geführte Stammesgesellschaft.

Im Zuge des arabischen Frühlings kam es im Februar 2011 in Libyen zu Protesteten, Stürmung von Kasernen. Durch das militärische Eingreifen der NATO, insbesondere durch die völkerrechtswidrigen Flächenbombardements wurden die regulären Streitkräfte Libyens besiegt und gleichzeitig jegliche staatliche Ordnung zerstört.   

Eine Vielzahl von Milizen unter anderem Al Quaida und der Islamische Staat haben das Land unter sich aufgeteilt. Sie kontrollieren nicht nur verschiedene Landstriche, Städte, Institutionen und Geschäftszweige, sondern auch die Regierungen.

 

Diese Warlords und Kriminelle verdienen ihr Geld mit dem Ölhandel, mit Flüchtlingen, Entführungen, Schutzgelderpressung, Waffen- und Drogenschmuggel.

 

 

 

Gleichzeitig wurde und wird Libyen für Migranten aus dem Süden Afrikas immer mehr zum Durchgangsland Richtung Europa, und das mit allen seinen furchtbaren Auswüchsen.

 

In einem  internen Bericht aus dem Auswärtigen Amt vom Januar 2018 über die Lage von Flüchtlingen in Libyen ist von Exekutionen, Folter und Vergewaltigungen und von KZ-ähnlichen Zuständen die Rede.

 

Es ist blanker Zynismus, wenn die EU die Schließung der Mittelmeerroute plant. Die betroffenen Flüchtlinge würden so den Folterknechten, den  Vergewaltigern, den Killern und Menschenhändlern in den libyschen Lagern schutzlos ausgeliefert sein.

 

„Wisst ihr denn nicht, dass diese verdammten 'Zahlen' menschliche Wesen sind?" rief empört  Golda Meir auf der Konferenz von Evian 1938 als 32 Staaten der Welt sich weigerten, auch nur einen einzigen flüchtenden Juden auf zu nehmen. Sie wurden fast alle der Massenvernichtung der Nazis ausgeliefert. Wiederholt sich die Geschichte?  Haben wir nichts daraus gelernt?

 

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Video: Angriffe auf das Büro DIE LINKE
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