Millionen brauchen die Milliarden

Dietmar Bartsch, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Partei DIE LINKE. im Deutschen Bundestag, überraschte in seinem Vortrag in Fritzlar  die zahlreichen Besucher mit neuen Ansichten zur europäischen Finanzkrise.
„In Italien wurde der  frühere EU-Kommissar Mario Monti ohne Wahlen als Regierungschef eingesetzt, in Griechenland  hat der frühere Vizepräsident der Europäischen Zentralbank Papademos die Regierung übernommen. Was würde wohl passieren, wenn Herr Ackermann Frau Merkel ablösen würde?“ Die Schuldenkrise sei auch eine Demokratiekrise.
Niemand kann mehr nachvollziehen, dass Banken mit Milliarden gerettet werden, wenn andererseits viele Menschen unterhalb des Existenzminimums leben müssen. So waren im Dezember 2011  in Griechenland über 900.000 Menschen arbeitslos, aber nur 274.000 Menschen haben Arbeitslosengeld erhalten. Die Arbeitslosenquote lag bei 18 Prozent. Bei den 15- bis 24-Jährigen betrug sie 46 Prozent.
Dagegen gehören 2000 Menschen in Griechenland 80 % des Privatvermögens. Eine Art Marshallplan wäre angebracht, um die griechische Krise zu bewältigen.
In Deutschland ist das Privatvermögen ebenfalls sehr ungerecht verteilt: Das obere Zehntel verfügt über 63% des gesamten Volksvermögens. Wachsende Kinderarmut, größer werdende Altersarmut, Pflegenotstand, sozial ausgrenzendes Bildungssystem, verfestigte Langzeiterwerbslosigkeit, Niedriglohnspirale, Leiharbeitsboom sind nur wenige, aber zentrale Schlagworte.
Um diese soziale Schieflage zu beseitigen, fordert DIE LINKE eine Vermögenssteuer. Eine fünfprozentige Millionärssteuer auf Privatvermögen würde eine zweistellige Milliardensumme an Steuern in die öffentlichen Kassen spülen. Nicht die Banken, sondern die Millionen Arbeiterinnen und Arbeiter, die Gewerbetreibenden, Studierenden, Erwerbslosen, Seniorinnen und Senioren brauchen die Milliarden, um die Finanzkrise zu überwinden, erklärte Dietmar Bartsch zum Abschluss der Veranstaltung.
Dietmar Bartsch wurde mit einer original nordhessischen „ahlen Worscht“ und Schauenburger Apfelschaumwein herzlich gedankt.

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Video: Angriffe auf das Büro DIE LINKE
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